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Entwicklung der Grafomotorik

Entwicklung der Grafomotorik
Was ist eigentlich Grafomotorik und wie wird sie entwickelt?
Einfach ausgedrückt ist Grafomotorik die Fähigkeit, einen Stift richtig zu halten und ihn zu führen, oder die differenzierte, rhythmische Schreibbewegung. Sie umfasst die Haltetechnik des Schreibgeräts, die Koordination der Handbewegungen und die Auge-Hand-Koordination. Wir sprechen am häufigsten darüber, bevor die Kinder zur Schule gehen.
Viele Kinder kennen Buchstaben und Zahlen, bevor sie in die Schule treten, und manche Kinder können sie auch schreiben. Aber die meisten Kinder werden die Schreibtechnik erst in der ersten Klasse meistern. Um eine so komplexe Fähigkeit wie das Schreiben anzunehmen, sind bestimmte Fähigkeiten erforderlich: Feinmotorik (Koordination von Hand- und Fingerbewegungen), Wahrnehmung, Auge-Hand-Koordination, Raumorientierung, Serialität, Gedächtnis ...
Man kann sagen, dass die Entwicklung der Grafomotorik, mit all den Fähigkeiten, die dazu gehören, im Alter von 18 Monaten beginnt und bis zur Schule andauert. Abgesehen von der Entwicklung kann Grafomotorik auch durch häufige Wiederholungen trainiert werden. Daher sollten dem Kind die Aktivitäten angeboten werden, die ihm dabei helfen.
Entwicklung von Motorik, visueller Wahrnehmung und Auge-Hand-Koordination im frühen Alter
Damit ein Kind die Schreibfähigkeiten beherrschen kann, muss es zunächst eine vollständige motorische Entwicklung durchlaufen, beginnend mit der Entwicklung der Grobmotorik: sitzen, krabbeln, laufen, klettern, Würfel setzen, Ballspiele spielen und so weiter.
Dann setzt sich dieser Prozess mit der Entwicklung einer Feinmotorik fort, die sich auf die feinen Bewegungen von Armen und Händen bezieht: Kinder können zuerst mit der ganzen Faust greifen, danach mit dem Zeigefinger und dem Daumen. Für die Entwicklung dieser Fähigkeiten sind Spielzeuge in verschiedenen Formen und Konstruktionen von großer Bedeutung: Bücher, Stifte, Aufziehspielzeug, die für die Entwicklung von Fähigkeiten wie das Ergreifen, Festhalten und Loslassen wichtig sind, die Bewegungen von Objekten von einer Hand in die Andere, das Fangen eines Balles mit beiden Händen, die Anordnung von Würfeln, Puzzles oder anderen Formen, die die Einfügung von Objekten in zugehörigen Öffnungen und das Fangen kleiner Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger.
Hier gibt es auch wichtige Aktivitäten für das tägliche Leben des Kindes, wie sich an- und ausziehen, das Öffnen und Schließen der Knöpfe und Reißverschlüsse, die Jacke auf dem Kleiderbügel tragen, Selbstfütterung, Bonbonpapier entfernen, Schuhbindung, die Büchern blättern, das Geschirr abwischen, und so weiter. Diese Aktivitäten können zu den Eltern auf den ersten Blick bedeutungslos erscheinen, sind aber für die Beherrschung der brauchbaren Fähigkeiten des Schulkindes von entscheidender Bedeutung.
Beim alltäglichen Spielen oder bei alltäglichen Aktivitäten ist es für ein Kind wichtig, seine Geschicklichkeit auszuprobieren, was bedeutet, dass Erwachsene ihm nur dabei helfen, was es nicht alleine kann.

Entwicklung der grafomotorischen Fähigkeiten bei Kindern
Die Voraussetzung für den Erfolg der grafomotorischen Aktivität ist die Entwicklung der Feinmotorik – die Koordination der Handbewegung.
Ein einjähriges Kind beginnt einen Buntstift zu nehmen, hält es mit der ganzen Hand und beginnt auf dem Papier zu kritzeln. Es blättert das Buch zu diesem Zeitpunkt, indem es mehrere Blätter gleichzeitig dreht. Dann, im Alter von zwei oder zweieinhalb Jahren, kann das Kind das Buch bereits blättern, indem es nur ein Blatt gleichzeitig dreht und auch den Bleistift mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger hält und die vertikalen und horizontalen Linien zieht.
Vom dritten bis zum fünften Lebensjahr hält das Kind den Stift mit drei Fingern, und wenn es schreibt, bewegt es seine gesamte Hand. Die meisten Kinder von drei Jahren können einen Kreis zeichnen, im vierten Jahr ein Quadrat und im Alter von fünf Jahren ein Dreieck.
Etwa im Alter von viereinhalb Jahren und spätestens bis zum sechsten Lebensjahr wird der Stift regelmäßig festgehalten: das Kind hält den Stift mit den Fingerspitzen (Halten des Stiftes mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig) und bewegt nur die Finger beim Schreiben. Diese Stifthaltung bietet maximale Flexibilität und Kontrolle beim Schreiben, sodass das Kind später fließend und ordentlich schreiben kann. Zu diesem Zeitpunkt können die Eltern möglicherweise beginnen, ihr Kind zu warnen, den Stift richtig zu halten, da es viel einfacher ist, ihm die richtige Stifthaltung am Anfang des Schreibens beizubringen, stattdessen die fehlgeleitete Stifthaltung später zu korrigieren (je länger ein Kind die „falsche“ Schreibhaltung verwendet, umso schwieriger ist diese zu verändern).
Einige Kinder beginnen sehr früh zu kritzeln, malen, zeichnen oder geschriebene Zeichen kopieren, während Andere kein Interesse an der Bleistiftaktivität zeigen. Wenn ein Kind nicht zeichnen und malen möchte, ist es nicht ratsam, es zu grafomotorischen Übungen zu zwingen.
Natürlich müssen Eltern nicht auf die Förderung dieser Aktivitäten aufgeben, aber sie können andere Aktivitäten zur Entwicklung der grafomotorischen Fähigkeiten ausführen, wie zum Beispiel:
- Zeichnen mit dem Zeigefinger auf Sand im Sandsäckchen oder auf Mehl auf dem Tisch
- Mit Fingerfarben malen
- Mit Straßenkreide auf Tafel oder Straße malen
- Die Perlen auffädeln
- Wasser in verschiedene Gefäße gießen
- Zerreißen, Schneiden, Falten und Kleben des Papiers
- Bilden weicher Kugeln aus Papier oder Papierhandtüchern
- Formen verschiedener Figuren aus der Knetmasse
- Puzzles oder Würfel zusammenstellen
- Malen mit Fingern, Kreide, Pastellen, Pinsel
Im Laufe der Zeit wird das Kind, durch die richtige Ändern der Aktivitäten, die Spaß machen und interessant sind, auf die Entwicklungsphase kommen, da es Stift ohne Problem gehalten wird, und es ist dann bereit für andere grafomotorische Übungen wie Malbücher, Schreibhefte usw.
Es ist sehr wichtig, jede Tätigkeit des Kindes zu unterstützen und ein Kind zur Forschung des eigenen Könnens anzuregen, während die Qualität des abschließenden Werkes zu diesem Zeitpunkt nicht so wichtig ist.

Visuelle Wahrnehmung
Um das Kind auf die Verpflichtungen vorzubereiten, die in der Schule und im Leben allgemein erwartet werden, muss das Kind die visuelle Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und das Gedächtnis richtig entwickeln. Die visuelle Wahrnehmung dient dazu, die Umgebung zu verstehen, zu analysieren und zu interpretieren. Sie ist von großer Bedeutung für das Schreiben, Lesen, Rechnen und andere für den Schulerfolg erforderliche Fähigkeiten.
Übungen können ab einem Alter von drei Jahren mit einem Kind durchgeführt werden, nur die Komplexität der Aufgabe muss dem Alter angepasst werden.
Eine der einfachsten Aufgaben zur Entwicklung einer visuellen Wahrnehmung besteht darin, das Ähnliche, das Gleiche und das Verschiedene zu visualisieren und Unterschiede in den Bildern zu bemerken (z.B. Unterschiede finden).
"Was gehört nicht" und "Suchbilder" dienen auch dazu, Aufmerksamkeit zu entwickeln. Das Muster-Kopieren ist eine großartige Übung nicht nur für die Entwicklung der Grafomotorik, sondern auch für die Aufmerksamkeit.
Buchstaben schreiben
Bevor das Kind die Schreibfähigkeiten erfolgreich beherrscht, ist Folgendes erforderlich:
- Die dominante Hand muss festgelegt werden (Hand zum Schreiben) und die Handdominanz muss entwickelt sein – bis zum fünften Lebensjahr zeigt das Kind bei meisten Aktivitäten die Tendenz, eine Hand zu verwenden. Lassen Sie es einfach entscheiden, in welcher Hand er den Stift halten soll, und zwingen Sie es nicht, seine rechte Hand zu nutzen.
- Das Kind muss der richtigen Körperposition beim Schreiben besitzen – mindestens 2/3 des Unterarmes sollten auf der Tischfläche aufliegen, um der Handbewegung einen festen Ausgangspunkt zu geben. Der Schreibarm soll frei beweglich sein und nicht als Stütze dienen. Der andere Arm ist Körperstütze und korrigiert die Lage des Papiers.
- Die richtige Stifthaltung und -führung des Schreibgeräts muss beherrscht werden. Der Stift wird im sogenannten Pinzettengriff (oder Drei-Punkt-Griff) gehalten: Daumen und Zeigefinger umfassen den Stift wie eine Pinzette, der Mittelfinger bildet die Auflagefläche für den Stift.
- Die Druckdosierung muss angepasst werden.
- Die Hand-Augen-Koordination muss gut entwickelt sein.
- Das Kind kann innerhalb der Bildrändern ausmalen.
- Das Kind kann einfacher Figuren mit einer Schere schneiden.
- Das Kind kann Linien fließend mit den Augen verfolgen.
- Das Kind kann Formen erkennen und unterscheiden.
- Das Kind kann Einfache Formen (Kreis, Quadrat, Dreieck, Rhombus) kopieren.

Entwicklung der Grafomotorik
10 bis 18 Monate – Das Kind hält den Stift mit der ganzen Hand nach und kritzelt. Kritzeleien entstehen unwillkürlich und beim Kritzeln wird das obere Ende des Schreibgeräts umfasst.
2 Jahre – In dieser Zeit zeigt sich deutlicher, welche Hand die Kinder als Arbeitshand und welche als Haltehand verwenden. Das Kind beginnt, den Stift mit Fingern zu halten, kritzelt auf Papier und macht horizontale, vertikale und kreisförmige Linien (der Drei-Punk-Griff oder Vier-Punkt-Griff).
3 Jahre – Das Kind hält den Stift mit drei Finger, und kann die horizontale, vertikale Linie und den Kreis kopieren oder Gesichter entstehen. Es schneidet mit der Schere großzügige Formen und kann mit Papier und Kleber basteln.
4-5 Jahren – Das Kind beginnt den Stift im Drei-Punkt-Griff mit den Fingerspitzen (Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger) zu halten und kann diagonale Linien und Quadrate sowie einige Buchstaben und Zahlen zeichnen. Es kann innerhalb vorgegebener Grenzen ausmalen. In dieser Zeit werden die feinmotorischen Bewegungen immer präziser und das Kind kann einen Ball mit den Händen fangen und kleine Perlen auffädeln.
5-6 Jahren – Das Kind hält den Stift richtig (Halten des Stiftes mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger gleichzeitig) und die Druckdosierung ist beim schreiben angepasst. Das Kind kann ein Dreieck zeichnen, seinen eigenen Namen schreiben und kopiert die meisten der Großbuchstaben. Es kann in Begrenzungen gut schreiben oder malen und eine Figur auf der Linie ausschneiden.
Mit ungefähr 7 Jahren kommt es zu immer flüssigeren Schriftbewegungen. Das individuelle Schriftbild prägt sich immer weiter aus.

Was ist wichtig beim Lernen und Üben?
- Alle Kinder entwickeln sich unterschiedlich, lernen das Schreiben in ihrem eigenen Tempo und haben auch unterschiedliche Motivationen.
- Die positive Motivation beim Lernen spielt die entscheidende Rolle.
- Motivieren Sie die Kinder mit Spaß beim Lernen!
- Zwingen Sie die Kinder nicht zum Unterricht!

Einige Grafomotorische Übungen zur Frühförderung können Sie hier finden:
Grafomotorik trainiren - Übungen für Kinder
Wahrnehmung und Konzentration - Übungen für Kinder
Visuelles Wahrnehmungs Training  - Übungen für Kinder
Labyrinth Rätsel  - Übungen für Kinder
Konzentration & Aufmerksamkeit - Spielerische übungen für Kinder
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